Anwendungsfaktor fA
Das für die Gewährleistung der Bremsenfunktion wichtige Verhältnis aus Bremsmoment und Lastmoment der Applikation wird für Bremsen der Baureihe BE.. mit Hilfe des Anwendungsfaktors fA definiert:
Der Faktor bildet das Verhältnis zwischen dem Nennbremsmoment MB und dem statischen Lastmoment ML ab, bezogen auf die Motorwelle.
Der Faktor fA nimmt definitionsgemäß immer Werte > 1 an und beschreibt zugleich die folgenden 2 Grenzzustände:
- Grenzzustand, der erforderlich ist, um eine statische Last zuverlässig im Stillstand zu halten.
- Grenzzustand, der erforderlich ist, um eine bewegte Applikation mit definierter dynamischer Last zuverlässig zum Stillstand zu bringen.
Der Begriff "zuverlässig" ist im statistischen Sinn zu verstehen. Der bestimmungsgemäße Gebrauch der Bremsen erfordert die Einhaltung des geforderten Mindestfaktors fA sowie aller übrigen in der Projektierungsvorschrift und Betriebsanleitung benannten Bedingungen.
Beachten Sie: Beim Anwendungsfaktor fA handelt es sich nicht um einen Sicherheitsfaktor im eigentlichen Sinn. Diese Definition würde voraussetzen, dass bei einem Wert von 1 die Versagensgrenze läge. Im Gegensatz hierzu ist der Faktor fA als verbindlicher Dimensionierungsfaktor zu sehen, d. h., ein beginnendes Funktionsversagen tritt auch bei Werten > 1 auf.
Bei einer Unterschreitung der vorgegebenen Mindestwerte für fA verlieren auch die Sicherheitskennwerte B10D ihre Gültigkeit für den Anwendungsfall.