Leerschalthäufigkeit für Haltebremsen

Umrichterbetriebene Antriebe sind in der Lage, dynamische Bewegungsanforderungen und kurze Fahrzyklen zu bedienen. Bei Antrieben mit Bremsen sind in der Zyklusgestaltung 3 wesentliche Grenzbedingungen zu beachten:

  • Das Magnetsystem der Bremse benötigt Zeit, um den angeforderten Schaltbefehl (Schließen oder Öffnen) auszuführen.
  • Die Bremsenansteuerung benötigt Zeit, damit die beteiligten elektronischen Bauteile ihre Zustandsänderungen ausführen können, z. B. die Ladezeiten von Kondensatoren.
  • Bremsen, die mit Schnellerregung betrieben werden, z. B. mit Bremsenansteuerungen der Serie BME., werden bei höherer Leerschalthäufigkeit mit einem höheren mittleren Effektivstrom belastet, als dies bei niedriger Leerschalthäufigkeit der Fall wäre. Grund hierfür ist der höhere Zeitanteil der Einschaltströme. Resultat ist eine stärkere Erwärmung und höhere Belastung der Bremsspule.

Aus den genannten Gründen ist bei Zyklusgestaltung auf die 3 folgenden Gestaltungsanforderungen zu achten:

  • Die zulässige Leerschalthäufigkeit ZB0 der Bremse darf nicht überschritten werden (Formel 1.5). Die zulässigen Werte in Abhängigkeit von Baugröße und Ansteuerverfahren finden Sie im Abschnitt Leerschalthäufigkeit.
  • Die Intervalle zwischen Einschalten, Ausschalten und darauffolgender Wiedereinschaltung müssen so gestaltet sein, dass die Bremse den jeweiligen elektrischen Schaltbefehl auch in eine mechanische Reaktion (Einfallen oder Öffnen) umsetzen kann. Beachten Sie die Schaltzeiten t1 und t2 der Bremsen sowie die Reaktionszeiten und Signallaufzeiten der Anwendung.
  • Halten Sie die Mindestpausenzeiten vor dem Wiedereinschalten abhängig von der Art der Bremsenansteuerung ein. Die Mindestpausenzeiten entnehmen Sie den technischen Daten im Produkthandbuch der Bremsenansteuerungen.