Einfluss Lastmoment im Hubwerk

In einer schwerkraftbelasteten Achse setzt sich das Testdrehmoment zusammen aus dem Motordrehmoment und dem Lastmoment. Damit eine Bremse mit dem gewünschten Testdrehmoment korrekt getestet wird, ist bei der Integration eines Bremsentests das vorhandene Lastmoment der Anwendung zu berücksichtigen. Andernfalls kann die Bremse mit einem zu hohen oder zu niedrigen Drehmoment getestet werden. Ein zu hohes Testdrehmoment kann bei der geschlossenen Bremse ein unerwünschtes Durchrutschen provozieren, obwohl die Bremse fehlerfrei ist. Die dadurch ausgelöste Fehlerreaktion des Bremsentests kann einen unerwünschten Maschinenstillstand mit nachfolgenden Inspektions‑ und Wartungsarbeiten verursachen. Zudem kann ein zu hohes Testdrehmoment zu einer unerwünschten Belastung der Maschinenkonstruktion führen.

Im Gegenzug dazu wird eine Bremse mit zu geringem Testdrehmoment unzureichend getestet. Potentielle Fehler könnten unerkannt bleiben und zum Verlust oder zur Einschränkung der gewünschten Sicherheit führen.

Die folgende Grafik zeigt eine vereinfachte Darstellung der Drehmomente im Hubwerk mit einem Lastmoment in Richtung der Schwerkraft. Die Darstellung der Drehmomente ist idealisiert z. B. ohne Reibungskräfte oder Rollwiderstände.

Mtest

Gesamtdrehmoment, mit dem die Bremse getestet wird

ML

Anteil Lastmoment an Mtest

Mmotor

Anteil Motormoment an Mtest

Der Anteil des Motordrehmoments am gewünschten Testdrehmoment beträgt:

Fall 1:

Fall 2:

Die Achse kann zum Test der Bremse auch mit einem definierten Prüfgewicht belastet werden. Die Masse des Prüfgewichts entspricht dem äquivalenten Motordrehmoment. Das Lastmoment ist als konstant anzunehmen oder bei jeder Ausführung des Bremsentests neu zu ermitteln und zu berücksichtigen. In Anwendungen mit variablen Lastmomenten ist ein Bremsentest mit integrierter Lastermittlung zu empfehlen.