Statische und dynamische Anwendungsfaktoren fAs und fAd
Statische und dynamische Anwendungsfaktoren fAs und fAd
Das für die Gewährleistung der Bremsenfunktion wichtige Verhältnis aus Bremsmoment und Lastmoment der Applikation wird für Bremsen an Servomotoren mit Hilfe von 2 Anwendungsfaktoren definiert:
- statischer Anwendungsfaktor fAs
- Der Faktor bildet das Verhältnis zwischen dem statischen Kennwert M4,100°C und dem statischen Lastmoment ML (bezogen auf die Motorwelle). Der Faktor fAs nimmt definitionsgemäß immer einen Wert >> 1 an und beschreibt den Grenzzustand, der erforderlich ist, um eine statische Last zuverlässig im Stillstand zu halten.
- dynamischer Anwendungsfaktor fAd
- Der Faktor bildet das Verhältnis zwischen dem dynamischen Kennwert M1 und dem statischen Lastmoment ML (bezogen auf die Motorwelle). Der Faktor fAd nimmt definitionsgemäß immer einen Wert >> 1 an und beschreibt den Grenzzustand, der erforderlich ist, um eine bewegte Applikation mit definierter dynamischer Last zuverlässig zum Stillstand zu bringen.
Der Begriff "zuverlässig" ist im statistischen Sinn zu verstehen. Der bestimmungsgemäße Gebrauch der Bremsen erfordert die Einhaltung der geforderten Mindestfaktoren fAs und fAd sowie aller übrigen in der Projektierungsvorschrift und Betriebsanleitung benannten Bedingungen.
Eine Tabelle mit Werten für die Anwendungsfaktoren fAs und fAd finden Sie in den technischen Daten unter "Statische und dynamische Anwendungsfaktoren fAs und fAd"
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Bei beiden Faktoren handelt es sich nicht um Sicherheitsfaktoren im eigentlichen Sinne. Diese Definition würde voraussetzen, dass bei einem Wert von 1 die Versagensgrenze läge. Im Gegensatz hierzu sind fAs und fAd als verbindliche Dimensionierungsfaktoren zu sehen, d. h., ein beginnendes Funktionsversagen tritt auch bei Werten > 1 auf.
Bei einer Unterschreitung der vorgegebenen Mindestwerte für fAs und fAd verlieren auch die Sicherheitskennwerte B10D ihre Gültigkeit für den Anwendungsfall.