Hinweise zur Grenzwertbetrachtung von Bremswegen

Häufig werden bei Projektierungen für Motoren mit Bremse auch Grenzwertbetrachtungen des Anhaltewegs oder der auftretenden Bremsverzögerung verlangt. Dahinter steht z. B. der Wunsch, den längsten Anhalteweg zu bestimmen, um diesen im Rahmen von Sicherheitsbetrachtungen verwenden zu können.

Eine solche Betrachtung ist auf Grund der Vielzahl der zu berücksichtigenden Einflussfaktoren in der Praxis mit hohem Aufwand verbunden oder auf Grund fehlender oder unsicherer Randbedingungen oft nicht zufriedenstellend möglich.

Beispielhaft werden im Folgenden solche zu berücksichtigenden Einflussfaktoren gezeigt:

  • zeitlicher Verlauf des Bremsmoments
  • tatsächlich vorhandene Massenträgheit im System
  • momentan im Antriebsstrang und der Applikation auftretende Reibungsverluste
  • tatsächlicher Beladungszustand der Anwendung zum Zeitpunkt der Bremsung
  • Wartungszustand der Bremse oder Konditionierung des Reibsystems
  • Schwingfähigkeit der Anwendung

Meist werden bei einer Projektierung zur Bemessung der erforderlichen Bremsengröße nicht alle Anwendungszustände und Konstellationen berücksichtigt, sondern nur einzelne idealisierte Zustände, die geeignet erscheinen, die ungünstigste Belastungskombination darzustellen.

Die im Formelwerk dargestellten Berechnungen führen daher zu "typischen" Minimalwerten und Maximalwerten für einen diskreten Modellzustand, die sich aus statistischen Annahmen zur Streuung des dynamischen Bremsmoments ergeben. Die errechneten Werte stellen jedoch kein absolutes Maximum und Minimum dar. Diese Werte können über- oder unterschritten werden.