FCB 21 Bremsentest

Der FCB 21 testet die Funktions- und Leistungsfähigkeit von bis zu 2 Bremsen je Umrichter. Die Funktion erzeugt ein konfigurierbares Drehmoment gegen die geschlossene Bremse (statischer Test). Dabei ist eine Bewegung innerhalb eines konfigurierten Grenzwerts zulässig. Bei 2 Bremsen werden beide Bremsen getrennt getestet, zuerst Bremse 1 und danach automatisch Bremse 2. Der Bremsentest ist kompatibel zu Motorbremsen und zu externen Bremsen.

In Sicherheitssystemen können Diagnosen durch Normen gefordert sein, z. B. in EN ISO 13849-1. Der FCB 21 Bremsentest ist als Diagnosefunktion geeignet für sichere Bremsensysteme bis zu Performance Level e (PL e). Die Sicherheits-Teilfunktionen mit Bremsen, sicheres Stillsetzen (SBA) und sicheres Halten (SBH), werden von FCB 21 Bremsentest zuverlässig diagnostiziert. In einem Review durch TÜV Nord wurde die Eignung des FCB 21 für Sicherheitssysteme bestätigt. In der Sicherheitsbewertung kann für die Diagnosefunktion FCB 21 Bremsentest der Diagnosedeckungsgrad mit DC = 90 % (DC = Diagnostic Coverage) angenommen werden.

Der Bremsentest kann optimal auf die vielfältigen applikativen Anforderungen angepasst werden. Als Rückmeldung stehen Status-Meldungen zur Verfügung sowie, für jede Bremse getrennt, die Testergebnisse "bestanden" (Testergebnis OK) und "nicht bestanden" (Testergebnis NOK). Testergebnis OK bedeutet, dass bei Testung der Bremse keine Bewegung oder eine Bewegung kleiner als der zulässige Grenzwert erkannt wurde. Optional können weitere Testergebnisse z. B. Messwerte zu ermittelten Drehmomenten und Bewegungen verwendet werden.

In schwerkraftbelasteten Achsen ist das Testmoment für die Bremsen die Summe aus dem aktuellen, applikativen Lastmoment und dem vom Motor zusätzlich erzeugten Drehmoment. Häufig variiert das Lastmoment in Anlagen durch den Beladungszustand oder die Position, in der der Bremsentest ausgeführt wird. In diesen Fällen ist bei Start des Bremsentests das Lastmoment unbekannt, was die Konfiguration des Bremsentests auf die applikative Anforderungen erschwert. Mit FCB 21 Bremsentest können Sie ein Lastmoment fest vorgeben oder die integrierte, automatische Lasterkennung des FCB 21 verwenden. Insbesondere die automatische Lasterkennung vereinfacht die Inbetriebnahme deutlich und bietet mehr Flexibilität. Die automatische Lasterkennung stellt sicher, dass die Bremsen mit dem konfigurierten Testmoment überprüft werden, auch wenn das applikative Lastmoment von Test zu Test variiert.

Der FCB 21 ist kompatibel zu Antriebsstrang 1 (AS 1). Der Motor ist im Regelverfahren VFCPLUS oder CFC in Betrieb zu nehmen. Dies erfordert einen Motorgeber, der sowohl für das Regelverfahren als auch für die Funktion Lageregelung/Halteregelung geeignet ist. Während aktiven Bremsentest wird über den Motorgeber eine Bewegung erfasst und überwacht. Ist zusätzlich ein Streckengeber in der Regelung bei AS 1 aktiviert, kann der Bremsentest die maximal zulässige Bewegung wahlweise mit dem Motorgeber oder dem Streckengeber überwachen.

Für den FCB 21 Bremsentest ist die Verwendung von HTL-Geber über Digitaleingänge (Zählereingänge) nicht empfohlen, z. B. bei MOVITRAC® advanced, da ein möglicher Ausfall eines Geberspursignals nicht erkannt wird. Dies kann zu einem Testergebnis OK führen, selbst wenn sich der Motor bei aktivem Bremsentest über den Grenzwert hinausbewegt. Verwenden Sie daher bevorzugt Geber an der Geberschnittstelle des Umrichters oder über MOVILINK® DDI.

Die Ansteuerung der Bremse(-n) ist wie folgt möglich:

Bremsenansteuerung

1 Bremse

2 Bremsen

integrierte Bremsenansteuerung MOVILINK® DDI (z. B. BS1Z, BG1Z)

Bremsenausgang DB0/DB00

Bremsenausgang DB0/DB00 und zusätzliche Verdrahtung von 2 externen Relais zur getrennten Ansteuerung der beiden Bremsen

sichere Digitalausgänge F-DOx der Sicherheitsoption CS..A

Möglich ab Umrichter-FW ≥ 13 in Kombination mit FW ≥ 6 der Sicherheitsoption CS..A.

✔Bremsenansteuerung ist möglich.

– Bremsenansteuerung ist nicht möglich.